Unter den Schafforschern habe ich eigentlich nur eine gefunden, die mir gefallen hat: Thelma Rowell.
Es gibt Tausende weltweit: Schafe lassen sich leicht „händeln“ und fast immer geht es um die Mehrung ihres Nutzens für den Menschen. Die meisten Studien könnte man als eine „ekpathische Schafforschung“ (im Gegensatz zu einer „emphatischen“) bezeichnen: Wenn zum Beispiel in einem Krankenhaus in Philadelphia Forscher per Kaiserschnitt acht Lämmer aus ihren Müttern herausoperieren und sie in einer „künstlichen Gebärmutter heranreifen lassen“ - bis sie sterben, nach 28 Tagen. Oder wenn ausgewachsene Schafe reihenweise erschossen werden, um eine neue Munition zu testen - und Wissenschaftler anschließend die Durchschlagskraft analysieren.
Der Verhaltensforscher Karsten Brensing fordert, dass man die Tiere vermenschlichen soll, um sie besser zu verstehen. Der Munitionstest ist zwar auch eine Vermenschlichung der Schafe, aber nicht, um sie besser zu verstehen.
Darum geht es jedoch im Kleinen Brehm Nr. 13 über Schafe.
Helmut Höge ist seit vielen Jahren Autor und Aushilfshausmeiser der taz.
2014 wurde ihm der renommierte Ben Witter Preis verliehen.
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